TOP 10 Ernährungs-Mythen

Entzieht Kaffee dem Körper Wasser? Und darf man Spinat wirklich nicht nochmal aufwärmen? Viele Ernährungs-Mythen halten sich hartnäckig, teilweise über viele Jahrhunderte. Welche Mythen stimmen nun und welche sind längst überholt?

„Grund für Ernährungs-Mythen sind oft Unsicherheiten, zum Beispiel bei der Frage, ob man Käserinde mitessen darf“, so Harald Seitz vom Bundeszentrum für Ernährung. Häufig würden bestehende Verhaltensweise auch einfach nicht infrage gestellt und so von Generation zu Generation weitergegeben.

Hier erkläre ich dir, welche der folgenden 10 Ernährungs-Mythen einen wahren Kern besitzen und welche nicht.

1) Ist der grüne Tomatenstrunk wirklich giftig?

In dem grünen Strunk der Tomate sowie in unreifen Tomaten ist Solanin enthalten. „Dieses Gift dient der Pflanze zur Abwehr von Schädlingen“, erläutert Harald Seitz. Wird eine große Menge des Gifts aufgenommen, können Vergiftungserscheinungen wie Kopf- und Bauchschmerzen auftreten.

Ein Erwachsener müsste dafür aber eine sehr große Menge unreifer Tomaten oder Strünke essen. Da das praktisch nie der Fall ist, mach dir darum keine Sorgen.

2) Wasserentzug durch Kaffeekonsum?

– Kurzfristig geringfügig, langfristig nicht! –

Kaffee fördert zwar die Wasserausscheidung des Körpers, doch die „treibende“ Wirkung macht sich erst bei mehr als sechs Tassen am Tag bemerkbar – wenn überhaupt. Denn nach Angaben des Berufsverbands der Internisten (BDI) scheiden wir nach Kaffeegenuss 84 % der aufgenommenen Flüssigkeit  innerhalb von 24 Stunden wieder aus. Bei Wasser sind es 81 %.

Insgesamt solltest du, als körperlich wenig aktiver Erwachsener, bei mitteleuropäischen Temperaturen täglich ca. 2,5 Liter Flüssigkeit zu dir nehmen. Je nach Ernährung erhältst du dabei schon 1 Liter Flüssigkeit aus der Nahrung. Isst du viel Obst und Gemüse tendenziell auch mehr.

Spinat lieber nicht erneut aufwärmen?

Monika Bischoff, Vorstandsmitglied im Berufsverband Oecotrophologie erklärt, dass diese Ernährungsregel schon sehr alt sei: „Sie stammt noch aus Zeiten, in denen es keinen Kühlschrank gab“.

Das Problem sei nicht das erneute Aufwärmen, sondern vielmehr das langsame Abkühlen: Während gekochter Spinat langsam abkühlt, wandeln Bakterien im mittleren Temperaturbereich das ungefährliche Nitrat in schädliches Nitrit um.

Pilze erneut aufwärmen – gute Idee oder lieber nicht?

Ähnlich wie beim Spinat ist das Aufwärmen auch bei Pilzen an sich nicht problematisch. Bei bestimmten Bedingungen Gerichten mit Pilzen allerdings sehr leicht Keime vermehren. Die dabei entstehenden toxischen Amine können zu schweren Unverträglichkeitserscheinungen führen. Ebenfalls wie beim Spinat gilt also: Reste schnell abkühlen und nicht länger als 24 Stunden im Kühlschrank aufbewahren.

Solltest du die Käserinde lieber übrig lassen?

Das kommt ganz darauf an, wie die jeweilige Rinde entstanden ist. „Natürlich gereifte sowie unbehandelte Käserinden sind essbar und geben wie etwa bei Edelschimmelkäse ein besonderes Aroma“, erklärt Seitz. Teilweise ist der Käse aber auch mit Natamycin (Zusatzstoff zur Schimmelverhütung) behandelt oder die Rinde ist aus Wachs oder Kunststoff. Diese sind nicht zum Verzehr geeignet. „In diesem Fall muss ein Hinweis auf der Verpackung stehen“, so Seitz.

Verstecken sich die meisten Vitamine in der Schale von Obst und Gemüse?

Das ist tatsächlich richtig. Die meisten Vitamine und auch sekundären Pflanzenstoffe befinden sich bei Obst und Gemüse direkt in oder unter der Schale. „Deshalb ist es wichtig, Obst und Gemüse mit Schale zu genießen.“, so Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Der Vorteil überwiege die gesundheitliche Gefährdung durch mögliche Pestizide in der Schale. „Wer ganz sichergehen will, kauft Bioprodukte, vor allem dann, wenn man die Schale von Früchten wie Orangen oder Zitronen verwenden möchte.“

Ist helles Brot wirklich ungesünder als dunkles Brot? Ist Brot im Allgemeinen überhaupt gesund?

Grundsätzlich ist bei Getreideprodukten wie Brot, Nudeln, Reis und Mehl ist Vollkornvariante die beste Wahl für deine Gesundheit, sagt Silke Restemeyer. „Lebensmittel aus Vollkorn sättigen länger und enthalten mehr Nährstoffe als Weißmehlprodukte.“ Aber Vorsicht: Nicht jedes dunkle oder körnige Brot oder Brötchen ist gleichzeitig auch ein Vollkornprodukt. „Brötchen kann man auch mit Malzextrakt dunkel und mit Sonnenblumenkernen körnig machen“, so Restemeyer. 

Achte also auf die Zutatenliste. Dort muss „Vollkorn“ stehen, dann ist auch wirklich Vollkornmehl oder -schrot enthalten. Kommt das Wort „Vollkorn“ zusätzlich im Namen des Produkts vor, enthält es mindestens 90 % Vollkornmehl. „Brote oder Brötchen mit Bezeichnungen wie „Vollwert“, oder „Mehrkorn“ sind meist nicht aus Vollkorn-, sondern aus Auszugsmehl hergestellt und mit Ölsaaten wie Leinsamen oder Sonnenblumenkernen versehen“, erklärt Restemeyer.

Ernährungs-Mythen ranken sich auch um das beliebte Grundnahrungsmittel der Deutschen!
Ernährungs-Mythen ranken sich auch um das beliebte Grundnahrungsmittel der Deutschen!

Brot ist allerdings, durch den hohen Stärke- und Glutengehalt, grundsätzlich nicht sonderlich gesund. Die Fälle der „Gluten Unverträglichkeit“ nehmen täglich zu. Aber auch wenn du Gluten vermeintlich verträgst gilt:

Die enthaltene Stärke ergibt zusammen mit dem Gluten in unseren Eingeweiden eine klebrige Masse, die nicht vollständig verdaut werden kann. Neben Schlacken entstehen bei der (versuchten) Verdauung außerdem Säuren. Sie werden im Organismus abgelagert und übersäuern diesen Tag für Tag.

Ich könnte noch viel mehr darüber erzählen aber das würde den Rahmen sprengen. Also auch, wenn du keine Symptome (z. B. Bauchschmerzen, Kopfschmerzen o. Ä.) verspürst:

Ist Superfood wirklich so toll wie es immer dargestellt wird?

Die Antwort ist: Jein! „Sogenanntes Superfood sind Lebensmittel mit besonders vielen Nährstoffen“, so Monika Bischoff (Vorstandsmitglied im Berufsverband Oecotrophologie). Eine offizielle Definition des Begriffs gebe es aber nicht. „Heimisches Superfood wie zum Beispiel Kohl ist gesund und macht fit“, sagt sie. Von Lebensmitteln wie Chiasamen oder Acaipulver rät sie dagegen ab: „Diese Produkte sind oft stark verarbeitet und können sogar mit Schimmel belastet sein.“

Lies HIER gerne meinen Blogartikel über das „Superfood“ Kurkuma. Das kann nämlich tatsächlich einiges!

Bringt ein Schnaps nach dem essen die Verdauung in Schwung?

Laut Restemeyer helfe dies nicht. Alkohol rege zwar die Magensäureproduktion an, könne möglicherweise ein Enzym zur Eiweißverdauung im Magen stimulieren und habe eine betäubende Wirkung auf die Magennerven. „Er hilft aber nicht bei der Fettverdauung.“ Der Verdauungstrakt spalte vor dem Fett sogar erst einmal den Alkohol auf, weil er auf diese Weise einfacher Energie gewinnt. „Durchsetzt mit Schnaps wird fettreiche Kost also eher langsamer verdaut.“ 

Durch die erhöhte Magensäureproduktion werden allerdings eiweißreiche Lebensmittel wie Fleisch und Eier besser verdaut. „Die Nahrung wird schneller zerkleinert und weich gemacht, sodass dadurch einem Völlegefühl besser entgegengewirkt werden kann, auch wenn die Nahrung länger im Magen verweilt.“ Die narkotische Wirkung des Alkohols schwächt das unangenehme Völlegefühl zusätzlich ab.

Gefrorenes Essen wird nicht schlecht?

Das lässt sich nicht eindeutig so sagen. „Einfrieren ist eine empfehlenswerte Methode, um Lebensmittel mittel- bis langfristig aufzubewahren“, sagt Silke Restemeyer. Bei Temperaturen von ca. minus 18 Grad blieben Nährstoffe, Geschmack und das Aussehen weitestgehend erhalten. Mit der Zeit fänden aber trotzdem Abbauprozesse statt. Dadurch schmecken die Lebensmittel irgendwann nicht mehr gut.

„Fett wird beispielsweise durch Sauerstoff oxidiert und mit der Zeit ranzig“, erklärt Restemeyer. Die maximale Lagerzeit im Gefrierfach betrage für Fleisch je nach Art drei bis zwölf Monate, für Gemüse sechs bis zwölf und für Obst acht bis zwölf Monate. Fertige Speisen seien nur bis zu drei Monate haltbar.

Fazit

Wie bei so vielen anderen Dingen gilt: Mache dir einmalig die Mühe und überdenke deine (alten) Angewohnheiten bzw. Glaubenssätze.

Wenn du dich gut informierst, musst du zwar etwas mehr Zeit einplanen aber dafür weißt du danach sicher, was gesund bzw. gut ist und was nicht. Außerdem geht dir dieses Wissen ja nicht verloren, sondern bringt dir und ggf. anderen Menschen, denen du dein Wissen weitergibst, ein Leben etwas!

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650001

Ich bin Laura und lebe in NRW, in der Nähe von Düsseldorf. Mein Ziel ist es, dich für ein gesundes Leben zu inspirieren und zu motivieren dein Vorhaben in deinem Alltag einzubeziehen und vor allem umzusetzen. ANFANGEN ist das Geheimnis, das zu erreichen, was du dir wünschst. Also warte nicht länger, sondern starte noch heute in dein (neues) gesundes Leben! Zu den Themen Ernährung und Gesundheit kam ich durch meine eigenen Erfahrungen. Probleme wie Bauchschmerzen, unreine Haut, allgemeines Unwohlsein, ständige Erkältungen und andere Krankheiten, Schlaflosigkeit usw. waren bei mir leider über einige Zeit an der Tagesordnung. Dabei habe ich mich meiner Meinung nach nicht sonderlich ungesund ernährt und relativ regelmäßig Sport getrieben. Ich konnte mir die meisten gesundheitlichen Probleme nicht erklären. Es war ein langer Weg zurück zur vollen Gesundheit aber im Nachhinein bin ich sogar dankbar für die gesundheitlichen Schwierigkeiten. Sonst wäre ich vielleicht nie oder erst sehr spät zu meinem aktuellen gesunden Lebensstil übergegangen und hätte in dem Zuge meine ernährungstechnischen Überzeugungen nicht überdacht. Ich habe viele Kurse gemacht und mit inspirierenden Menschen gesprochen. Jetzt weiß ich: fast jedes Wehwehchen lässt sich durch die richtige Ernährung auslöschen oder zumindest stark lindern. Damit es bei dir gar nicht erst soweit kommt wie bei mir, fange lieber früher als später mit deinem gesunden Lebensstil an! Erfahre auf meinem Blog, was dich wirklich gesund macht / bleiben lässt.

1 Kommentar

Nudeln, Reis & Kartoffeln - Welche Beilage ist am besten zum abnehmen? · 19. Dezember 2020 um 14:37

[…] Lies mehr darüber in meinem Blogartikel „Aufgedeckt: Sind diese TOP 10 Ernährungs-Mythen wirklich wahr?“ […]

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